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Honig aus fernen Ländern statt von deutschen Imkern?

Häufig werde ich gefragt, wieso es im Fairen Handel Honig gibt, der doch auch regional als nachhaltigere Alternative zur Verfügung steht. Richtig, es gibt Honig aus Deutschland, den ich auch selbst gerne mal kaufe. Doch in Deutschland wird vergleichsweise viel Honig verzehrt, etwa 1 kg pro Kopf und Jahr. Davon werden nur etwa 20 % des Honigs von heimischen Imkern geliefert, der Rest wird aus dem Ausland importiert, z.B. aus Mexiko, der Ukraine und China, zu erkennen an der pauschalen Herkunftsbezeichnung Honig aus Nicht-EU-Ländern. Eine Erhöhung der Inlandproduktion wäre möglich, allerdings verhindert der geringe Preis des Honigs in Deutschland dies seit Jahren. Denn von den 103.000 Imkern in Deutschland sind nur noch 5% der Imker Berufsimker, für die restlichen 95% ist das Imkern eine Freizeittätigkeit und eine Änderung ist nicht in Sicht. Wenn man das Imkern unterstützen will, ist es sinnvoll, Honig von deutschen Imkern zu kaufen, aber genauso den Kleinbauern, die ihren Honig über den Fairen Handel vermarkten, damit zu einem gerechten Einkommen zu verhelfen.

Honig wird von kleinbäuerliche Produzentenorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerikazusätzlich als überlebensnotwendigen Zusatzerwerb angeboten und über Fairtrade-Kooperativen vermarktet. Durch den Verkauf von Honig können sie - neben der Produktion von Agrarprodukten - ihr Einkommen verbessern. Ohne den Fairen Handel sind die Kleinbauern häufig abhängig von Zwischenhändlern, die ihnen nur einen Bruchteil des eigentlichen Marktwertes auszahlen.

Faire Honige gibt es natürlich in Weltläden - dort finden sich auch Honigspezialitäten wie Kaffeeblüten- oder Orangenblütenhonig - und auch in einigen Supermärkten wie z.B. Aldi, Edeka, Rewe und Real Sie sind am FairTrade-Siegel zu erkennen.

Melanie Diller, Bildungsreferentin des Eine-Welt-Laden Fürth

Datum: 17.05.2017
Monika Freitag